Was ist zu beachten?Getreide Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Zucker
Gut zu wissenKohlenhydrate sind schnelle Energielieferanten. Dabei sind Kohlenhydrate aus Stärke zu bevorzugen, wie sie beispielsweise Getreide, Erdäpfel und auch Gemüse liefern. Bei Patienten mit Morbus Crohn liegt kein erhöhter Kohlenhydratbedarf vor. Für eine Gewichtszunahme kann ihr Anteil in der Nahrung jedoch erhöht werden. Raffinierte Kohlenhydrate - also Zucker - sind bei Morbus Crohn nicht generell verboten, sollten im Sinne einer gesunden Ernährung nur in Maßen zu genießen. Blähungen werden häufig durch Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln, rohes Steinobst, Trockenfrüchte und frisches Brot und Gebäck verursacht.
Obst, Gemüse, Kräuter und Gewürze
Gut zu wissenVitamine, Mineral-, Ballast- sowie sekundäre Pflanzenstoffe sind vermehrt in Obst und Gemüse enthalten. Sie dienen zur Aufrechterhaltung bestimmter Körperfunktionen. Da unser Körper Vitamine und Mineralstoffe nicht selbst produziert und die meisten auch nicht langfristig speichern kann, ist die tägliche Versorgung durch die Nahrung wichtig. Die abführende Wirkung von bestimmten rohen Obst- und Gemüsesorten, wie z.B. Birnen oder Gurken, kann durch Schälen gemindert werden. Auch Garen bewirkt häufig eine bessere Verträglichkeit. Ballaststoffe sind unverdauliche Kohlenhydrate und in pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten. Sie erhöhen die Speichelsekretion, führen zu einer besseren Sättigung und regen die Darmtätigkeit an. Hauptlieferanten sind Obst und Gemüse sowie Getreide und Getreideprodukte. Auch für Morbus Crohn-Patienten ist ein hoher Ballaststoffanteil in der Nahrung empfehlenswert. Vorsicht ist allerdings bei Komplikationen und während eines Schubes geboten.
Milch und Milchprodukte
Gut zu wissenKalzium ist der mengenmäßig wichtigste Mineralstoff in unserem Körper. Es ist am Knochenaufbau beteiligt und spielt auch bei der Blutgerinnung eine Rolle. Milch und Milchprodukte sind wichtige Kalziumlieferanten. Während einer Behandlung mit Steroiden (Kortison) sollte auf eine ausreichende Kalziumzufuhr geachtet werden, um Osteoporose vorzubeugen. Auf den Genuss von Rohmilch und Rohmilchprodukten sollten Morbus Crohn-Patienten verzichten, um Bakterieninfektionen (insbesondere durch Listerien) zu vermeiden. Eine Milchzuckerunverträglichkeit (Lactoseintoleranz) hat Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen zur Folge. Das Enzym Laktase spaltet Milchzucker und wird in der Dünndarmschleimhaut gebildet. Ist diese entzündet, wird weniger Laktase gebildet und es kann zur Lactoseintoleranz kommen. Diese Unverträglichkeit kann vom Arzt durch einen Test festgestellt werden. Liegt eine Lactoseintoleranz vor, kann auf fermentierte Milchprodukte, wie Joghurt, Sauermilch und Käse oder auch lactosefreie Milch ausgewichen werden. Häufig kommt es nur während des Schubs zu dieser Unverträglichkeit.
Fleisch, Fisch und Eier
Gut zu wissenEisen sowie Vitamin B1, B6 und B12 sind in Fleisch und Fleischprodukten enthalten. Fettarme Sorten sind im Rahmen der leichten Vollkost zu bevorzugen. Jod und Selen sind wichtige Stoffe, die durch Fisch mit der Nahrung aufgenommen werden. Omega-3-Fettsäuren sind insbesondere in Seefisch mit einem hohen Anteil enthalten. Viel Eiweiß findet sich in magerem Fleisch, Fisch, Milch und Milchprodukten, Eiern, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Erdäpfel. Neben dem Aufbau von Körpermasse gehört z.B. auch die Unterstützung des Immunsystems zu den Aufgaben dieses Nährstoffs. Beachtet werden sollte, dass tierische Lebensmittel mit hohem Eiweißanteil häufig auch einen hohen Fettgehalt haben. Da Eiweiß in größeren Mengen über den Darm ausgeschieden wird, ist es für Morbus Crohn-Patienten wichtig, genug Proteine zuzuführen.
Fette, Öle und Getränke
Gut zu wissenFette sind Energielieferanten. Sie bestehen zum größten Teil aus Fettsäuren. Höchstens 30% sollten Fette anteilig an unserer Nahrungszufuhr ausmachen, pflanzliche Fette bevorzugt. Dabei sollte der überwiegende Teil aus einfach (Olivenöl, Rapsöl) und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Sonnenblumenöl, Maisöl und Sojaöl) bestehen. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend, da sie die Bildung entzündungsvermittelnder Substanzen verringern. Sie kommen in bestimmten Seefischen vor, so z.B. in Hering, Lachs und Thunfisch. Bei Morbus Crohn kann es zu einer Fettfehlverdauung kommen. Die Folge sind so genannte Fettstühle. Ist dies der Fall, sollten die herkömmlichen Fette in der Nahrung reduziert und durch leicht resorbierbare MCT-Fette (mittelkettige Triglyzeride) ersetzt werden. Produkte mit MCT-Fetten sind in Reformhäusern und in der Apotheke erhältlich. |
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