Entstehung![]() Morbus Crohn wird nicht durch eine einzelne Ursache hervorgerufen. Die medizinische Forschung hat gezeigt, dass offenbar mehrere Faktoren zusammen wirken, um die Krankheit auszulösen. So kennt man heute eine Reihe von genetischen Faktoren, die das Erkrankungsrisiko erhöhen. Bei einigen Patienten liegt eine familiäre Häufung der Erkrankung vor. Wichtig scheint außerdem eine Barrierestörung des Darms zu sein. Während die Schleimhaut im Darm normalerweise für Bakterien eine unüberwindliche Barriere darstellt, können diese bei Morbus-Crohn-Patienten in die Darmwand einwandern und dort eine Entzündung auslösen. Dieser Entzündungsprozess ist bei Morbus Crohn fehlgeleitet, so dass längerfristig eine chronische Entzündung entstehen kann. Schließlich gibt es Hinweise darauf, dass auch Umweltfaktoren an der Entstehung von Morbus Crohn beteiligt sein können. Belegt ist dies außerdem für das Zigarettenrauchen, das den therapeutischen Effekt von Medikamenten aufheben kann. Ein genauerer Blick auf die Vorgänge in den entzündeten Darmbereichen zeigt, dass die dort aktiven Immunzellen ein hohes Maß an entzündungsfördernden Zytokinen (Botenstoffe, die Nachrichten zwischen den Zellen übermitteln) produzieren. Heute weiß man, dass besonders der Botenstoff Tumor-Nekrose-Faktor-α (TNF-α) für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Entzündung bei Morbus Crohn verantwortlich ist. Morbus Crohn kann grundsätzlich jeden treffen. Meist tritt die Erkrankung erstmals zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr auf. In Österreich leiden ca. 40.000 Menschen an dieser Form einer entzündlichen Darmerkrankung, wobei Männer und Frauen etwa gleich häufig betroffen sind. Die Zahl der Krankheitsfälle ist in den letzten Jahrzehnten vor allem in den Industrienationen gestiegen. Möglicherweise wird diese Entwicklung durch den hohen Hygienestandard sowie durch ein verändertes Ernährungsverhalten der Bevölkerung gefördert. |
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